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Vielfältige Wellness: Sauna, Tepidarium, Caldarium und Co

Die Angebote in Wellness-Anlagen und Spa-Bereichen von Luxus-Hotels sind mittlerweile so vielfältig geworden, dass man schnell den Überblick verlieren kann – und sich möglicherweise auch hie und da einmal fragt, was denn eigentlich der Unterschied zwischen den unzähligen Anwendungen ist. Der folgende Artikel stellt deshalb einige Wellness-Varianten vor und erklärt, warum sie Körper und Geist so guttun.


Finnische Trockensauna: der Klassiker

Die heisse Kabine aus Finnland ist hierzulande sicher eine der bekanntesten Wellness-Angebote. Bei bis zu 90 Grad und kaum vorhandener Luftfeuchtigkeit (sie beträgt nur bei Aufgüssen mehr als 10%) schwitzt man in dieser Sauna-Variante. Danach folgt die Abkühlung; entweder an der Luft oder im Kaltwasserbecken.


Die gesundheitlichen Vorteile der finnischen Sauna gelten als gut erforscht und grösstenteils wissenschaftlich erwiesen. Der regelmässige Saunabesuch härtet ab, schützt unseren Körper vor Krankheitserregern und fördert die Durchblutung. Gleichzeitig kann die Wellness-Anwendung gegen depressive Verstimmungen wirksam sein. Allerdings stellen die extremen Temperaturen auch eine Belastung für den Körper dar und sind dementsprechend nicht für jedermann geeignet: Gerade ältere oder gesundheitlich angeschlagene Personen sollten sich deshalb vor dem Gang in die Sauna unbedingt mit einer Fachperson absprechen.


Biosauna: die sanfte Alternative

Etwas weniger heiss als die finnische Saunakabine ist die Biosauna; dafür ist die Luftfeuchtigkeit deutlich höher. Die Temperaturen können zwischen 45 und 60 Grad liegen, wobei eine Luftfeuchtigkeit von rund 45 bis 50 Prozent erreicht wird. Durch die geringeren Temperaturen wird die Biosauna insbesondere von Einsteigern als angenehmer empfunden als die heisse Trockensauna. Zudem wird der Körper vergleichsweise weniger belastet, was die Biosauna zur idealen Alternative für gesundheitlich geschwächte Personen macht.


Infrarotsauna: Entschlackung durch Tiefenwärme

Bei der Infrarotsauna handelt es sich im Grunde genommen nicht um eine Sauna; die Art der Wärmeerzeugung unterscheidet sich nämlich grundlegend. Während in der herkömmlichen Sauna die Luft erhitzt wird – beispielsweise über einen Elektroofen – erhitzt die Infrarotkabine den Körper über Infrarotstrahlen direkt. Da die Strahlung tiefer dringt als die mit Luft übertragene Wärme, wird das Schwitzen dabei besonders stark angeregt. Dementsprechend werden auch mehr Giftstoffe ausgeschieden als beispielsweise in der finnischen Sauna. Für Sportler eignet sich die Variante ebenfalls: Die wärmenden Strahlen helfen nämlich effektiv bei der Muskelregeneration nach dem Training.


Tepidarium: warmer Ruheraum

Der Begriff «Tepidarium» hat seinen Ursprung im lateinischen «tepidus» und bedeutet so viel wie «lauwarm». Als Teil der römischen Badekultur war das Tepidarium als Ruheraum gedacht und trennte den Warm- und Kaltwasserbereich in den Thermen ab.


Auch heute noch wird das Tepidarium als Entspannungsort genutzt. Bei 38 bis 40 Grad Celsius Lufttemperatur und etwa 20-prozentiger Luftfeuchtigkeit können Besucher hier auf beheizten Liegestühlen oder Steinfliesen dem Alltagsstress entfliehen und dem Körper gleichzeitig etwas Gutes tun. Denn: Die milde, trockene Wärme des Tepidariums wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Muskeln können sich optimal entspannen und das Immunsystem wird bei regelmässiger Anwendung gestärkt.


Caldarium: römische Dampfsauna

Spricht man hierzulande von einem Dampfbad, meint man damit in der Regel das Caldarium. Wie das Tepidarium entspringt auch das Caldarium der römischen Badekultur. Der Name leitet sich vom lateinischen «calidus» ab und bedeutet übersetzt «warm» oder «heiss». Wie zu römischen Zeiten versteht man darunter einen beheizten Raum mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit; in der Regel beträgt sie 100 Prozent. Dafür sind die Temperaturen mit etwa 45 Grad deutlich tiefer als in der herkömmlichen Saunakabine.


Anders als in der finnischen Sauna wird nicht die Luft, sondern Wände, Boden und Sitzbänke gleichermassen erhitzt. In Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit eine wahre Wohlfühloase – und erst noch gut für die Gesundheit. So kann der Wasserdampf im Caldarium zur Therapie von Atemwegserkrankungen eingesetzt werden; insbesondere versetzt mit ätherischen Ölen oder Kräutermischungen.


Hamam: die türkische Variante des Dampfbades

Die türkische Variante des Dampfbades erfreut sich in unseren Breitengraden immer grösserer Beliebtheit. Das ganzheitliche Wellness-Ritual, das mehr umfasst als «nur» ein Dampfbad, scheint den Nerv der Zeit zu treffen. Neben beheizten Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit beinhaltet das Hamam-Ritual auch Massagen, Peelings und gezielte Entspannung in Ruheräumen. Dadurch wirkt es vor allem für die Haut wahre Wunder: Peelings mit Ziegenhaarhandschuhen verfeinern das Hautbild effektiv, während die Seifenschaummassage für eine porentiefe Reinigung und jugendliche Frische sorgt.


Banja: nur für Geübte

Ebenfalls immer häufiger in Saunalandschaften anzutreffen ist die Banja, das russische Dampfbad. Wer bereits einmal eine besucht hat, weiss: das ist nichts für Anfänger. In der russischen Variante des Dampfbades können gut und gerne mehr als 100 Grad erreicht werden (auch wenn das nicht zwingend der Fall sein muss; die Banja kann auch bei tieferen Temperaturen um die 70 Grad genossen werden). Während in der finnischen Sauna bei ähnlich hohen Temperaturen nur eine geringe Luftfeuchtigkeit von unter 10% herrscht, ist die Banja viel feuchter: Je nach gewählter Temperatur liegt die Luftfeuchtigkeit bei 40 % bis 100 %. Dadurch wirkt die Banja noch einmal heisser – und kann für Ungeübte schnell unangenehm werden. Hat man sich jedoch erst einmal an die feuchte Hitze gewöhnt, birgt die Banja viele gesundheitliche Vorteile. So wirkt sie unter anderem Muskelverspannungen entgegen, befreit die Atemwege und führt zu einer reinen und gesunden Haut.






Quellen:

  • Cartwright, Mark (2013): Roman Baths.

  • Linder, B & Brinkhaus, B. (2000): Die Sauna: Chancen und Risiken in Prävention und Therapie

  • Lowry, CA et al. (2009): That warm fuzzy feeling: brain serotonergic neurons and the regulation of emotion.

  • Vatansever, Fatma & Hamblin, Michael R. (2012): Far infrared radiation (FIR): Its biological effects and medical applications

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