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Mit Kleinkindern in die Sauna?

Immer wieder hört man, dass die Sauna für Kinder (insbesondere für Kleinkinder und Babys) gefährlich werden kann. Tatsächlich ist das aber nicht mehr als ein Mythos: Sowohl die Sauna als auch die Infrarotkabine können Sie zusammen mit Ihren Kindern bedenkenlos nutzen – sofern Sie einige Punkte beachten.


Gut für das Immunsystem Ihres Kindes

Dass die Sauna beträchtlich zur Stärkung des Immunsystems beitragen kann, gilt schon länger als wissenschaftlich erwiesen. Die Hitze in der Kabine gefolgt vom Kältereiz trainiert unsere Immunabwehr und macht uns weniger anfällig auf Viren und Bakterien. Das gilt auch für Ihre Kinder: Der regelmässige Besuch in der Sauna hilft Ihren Sprösslingen, ein gesundes und starkes Immunsystem aufzubauen und dadurch seltener krank zu werden. So weisen Kinder, die mit ihren Eltern häufig saunieren, deutlich weniger Schulausfälle auf als ihre Altersgenossen.


Konzentration verbessern

Nicht nur auf die physische, auch auf die psychische Gesundheit Ihres Kindes wirkt sich die Sauna positiv aus. Regelmässige Besuche der heissen Kabine können dabei helfen, Konzentrationsschwächen vorzubeugen, Nervosität und Anspannung werden gemindert. Zudem kann die Wärme der Sauna Ihr Kind dabei unterstützen, besser ein- und durchzuschlafen.


Ab wann in die Sauna?

In Finnland – dem Ursprungsland der Sauna – sowie in anderen skandinavischen Ländern kommen Kinder bereits kurz nach ihrer Geburt mit der Sauna in Kontakt. Negative Folgen auf die Gesundheit von Neugeborenen wurden bisher keine entdeckt. Dennoch empfiehlt es sich, mit dem Besuch einer Sauna zu warten, bis Ihr Kind sprechen und Ihnen mitteilen kann, wenn es sich nicht mehr wohl fühlt. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist, können Sie sanft mit dem Saunieren beginnen.


Welche Temperaturen sind geeignet?

Setzen Sie Ihr Kind nicht gleich beim ersten Mal einer 80- oder 90-grädigen Sauna aus, sondern starten Sie mit geringen Temperaturen von um die 50° Celsius. Wenn Ihr Kind die Wärme gut verträgt, können Sie die Temperatur beim nächsten Saunagang etwas steigern – vermeiden Sie aber zu schnelle Temperatursprünge. Zudem sollten Sie auf den unteren Bänken beginnen, wo tiefere Temperaturen herrschen. Hat sich Ihr Kind nach einiger Zeit auch an höhere Temperaturen gewöhnt, ist selbst die finnische Sauna mit ihren 85 Grad kein Problem mehr.


Wie lange in der Sauna bleiben?

Ihr erster Saunabesuch zusammen mit Ihrem Kind sollte nur wenige Minuten dauern. Einen absoluten Richtwert gibt es hier nicht; sobald sich Ihr Kind nicht mehr wohlfühlt, sollten Sie die Sauna sofort verlassen. Auch unabhängig davon sollte der erste Saunagang nach maximal fünf Minuten beendet werden. Danach sollte eine Pause von mindestens zwanzig Minuten eingehalten werden, ehe Sie erneut in die Sauna gehen. Zudem sollten nicht mehr als zwei Saunagänge hintereinander durchgeführt werden.

Sobald Ihr Kind älter ist und das sechste oder siebte Lebensjahr erreicht hat, können die Saunagänge auch etwas länger werden und bis zu zehn Minuten dauern. Doch auch hier gilt: Bei jedem Zeichen von Unwohlsein Ihres Kindes sollte die Sauna direkt verlassen werden.


Saunieren ohne Aufguss

Wenn Sie mit Ihrem Kleinkind saunieren, sollten Sie besser auf den Aufguss verzichten. Denn bei einem Aufguss erhöht sich die gefühlte Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit in der Saunakabine innert kürzester Zeit; dies kann für Ihr Kind schnell zu viel werden. Führen Sie einen Aufguss deshalb erst durch, wenn Ihr Kind älter ist – auch hier gilt die Schwelle von sechs oder sieben Jahren.


Sanfte Abkühlung

Das kalte Tauchbecken mit seinen 16° Celsius ist für Kinder noch nicht geeignet; sorgen Sie stattdessen für eine Abkühlung an der frischen Luft. Als Alternative zum Eisbecken kann Ihr Kind auch in wärmerem Wasser gekühlt werden: Für Babys empfiehlt sich eine Temperatur von 33 Grad, für Kleinkinder ab zwei Jahren kann das Wasser eine Temperatur zwischen 24 und 26 Grad aufweisen.


Immer mit Begleitung

Wichtig: Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt in einer Sauna! Begleiten Sie Ihr Kind bei jedem Saunagang und achten Sie stets auf allfällige Signale des Unwohlseins, damit Sie die Kabine rechtzeitig mit Ihrem Kind verlassen können. Es empfiehlt sich, Ihr Kind erst mit Erreichen der Pubertät ohne Aufsicht saunieren zu lassen.


Vorsicht vor Hitzequellen

In finnischen Saunas befindet sich die Hitzequelle in der Regel freistehend in der Kabine. Gerade Kinder, die schlecht stillsitzen können, können sich beim Herumtollen schnell eine Verbrennung holen. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Kinder dem Ofen nicht zu nahe kommen.

Infrarotkabinen stellen hier das geringere Risiko dar. Da die Hitze nicht durch einen Ofen entsteht, sondern durch Infrarotstrahlung, herrscht in Infrarotsaunas keine Verbrennungsgefahr.


Bei Beachtung dieser paar Punkte steht dem Saunavergnügen für die ganze Familie nichts mehr im Wege. Wenn Sie zu hundert Prozent sicher gehen möchten, dass Ihr Kind die Sauna ohne Risiken besuchen kann, lohnt es sich, davor einen Kinderarzt aufzusuchen.





Quellen:

  • Familienleben.ch: Mit Kindern in der Sauna schwitzen

  • Swissmom.ch: Darf man mit Vorschulkindern schon in die Sauna gehen?



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