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Thermalbäder

Entspannen im heissen Wasser ist eine Praxis aus der Antike. Im alten Rom waren Thermalbäder ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens. Öffentliche Bäder, die grundsätzlich für die gesamte Bevölkerung kostenlos zur Verfügung standen, waren zum einen ein Ort der Hygiene, zum anderen aber auch sozialer Treffpunkt der Stadt und Ort der geistigen Entspannung. Zudem wurde dem heissen Wasser bereits in der Antike eine heilende Wirkung zugesprochen und die Bäder wurden auch bei diversen Krankheiten besucht.


Thermalbäder haben sich bis heute gehalten. Sind immer noch ein beliebter Kurort, Freizeitanlage.


Römische Therme

Thermalanlagen nahmen im alten Rom auf mehreren Ebenen einen sehr hohen Stellenwert ein. Zum einen waren die Bäder architektonische Kunstwerke, häufig reich verziert und dadurch wichtige Bauten einer Stadt. Zum anderen waren die Thermen ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens: Römische Bürger besuchten die Badeanlagen teilweise täglich nach Verrichten ihrer Arbeit. Neben dem Besuch der Wasserbecken boten die Thermen häufig auch andere Angebote, wie Sporträume, sauna-ähnliche Schwitzkammern oder sogar Bibliotheken. Damit waren die Therme nicht nur ein öffentliches Bad zur Befriedigung der Hygienebedürfnisse, sondern auch ein Ort für sportliche und intellektuelle Interessen sowie ein sozialer Treffpunkt.


Thermalwasser

Als Thermalwasser wird warmes Quellwasser bezeichnet. Mindesttemperatur von 20 Grad Celsius beim Austritt aus der Quelle. Ist also nicht künstlich geheiztes Wasser, sondern tatsächlich natürlich heiss. Kann aber künstlich auch noch mehr erhitzt werden.


Thermalwasser reich an Mineralstoffen, denen heilende Wirkung zugeschrieben wird: Kalzium, Jod, Magnesium, Kohlendioxid oder Schwefelwasserstoff. Bei vielen verschiedenen Erkrankungen nützlich.


Thermalanlagen

Thermalanlagen haben lange Geschichte hinter sich. Seit den römischen Bädern in der Antike haben sie sich ziemlich weiterentwickelt, Grundgedanke ist allerdings geblieben: heilende Wirkung sowohl für Körper als auch für den Geist, Entspannung und allgemeines Wohlbefinden. Heutige Thermalanlagen sind immer noch an heissen Quellen gebaut, gelegentlich wird das Wasser noch mehr aufgeheizt. Moderne Thermalanlagen vereinen vieles: Unterschiedlich warme Becken, vom etwa 12 Grad kalten Eiswasserbecken bis hin zu 45 Grad im Sprudelbad, Erlebnisduschen, Sauna und Massage-Angebote und vieles mehr. Abschalten vom Alltag, schon allein durch den Ortswechsel, geniessen der Ruhe und sich im warmen Wasser treiben lassen.


Thermalanlagen sind aber mehr als «nur» ein Freizeitangebot. Hat auch medizinischen Hintergrund.


Hydro- und Balneotherapie

Therapie im Wasser. Bei Hydrotherapie geht es einzig um die physikalischen Eigenschaften des Wassers. Wenn Temperatur des Wassers über der Körpertemperatur liegt, hat das einen ähnlichen Effekt wie die Sauna: Die Durchblutung erhöht sich, Gefässe werden erweitert.

Bei der Balneotherapie geht es vor allem auch um die gelösten Stoffe im Wasser.

Gesundheitsfördernd zum einen wegen der warmen Wassertemperaturen, noch mehr aber wegen der gelösten Mineralstoffe im Wasser. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen konnten beweisen, dass die Haut im Thermalbad die Mineralien aufnehmen kann. Liste der gesundheitlichen Probleme, die durch Balneotherapie in natürlichem Mineralwasser unterstützt therapiert werden können, ist lang: Eine Vielzahl von Allergien, Chronische Schmerzen, Depressionen, Hautkrankheiten wie beispielsweise Psoriasis, Rheuma und viele weitere.


Schwefelbäder

Diese Form der Balneotherapie war bereits den Römern bekannt. Geniesst seit der Antike einen gesundheitsfördernden Ruf. Schwefelwasser gilt für eine Vielzahl an Erkrankungen als Therapieunterstützend. Bspw. bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei Entzündungen der Gelenke oder Muskelerkrankungen wie Fibromyalgie. Die stark entzündungshemmende Wirkung macht Schwefelbäder auch zu idealen Therapien bei einigen Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder auch Akne.


Sole

Als Solebad wird ein Bad dann bezeichnet, wenn der Salzgehalt im Wasser mindestens 6% beträgt. Durch die hohe Salzkonzentration Gefühl des Schwebens, sich treiben lassen. Entspannung hat positive Auswirkung auf die Psyche und das Stressempfinden. Auch Sole ist mehr als Wellness => das im Wasser gelöste Salz hat einige positive Auswirkungen auf die Gesundheit. So wirkt das Salz bei etlichen Hautkrankheiten durch seine antibakterielle Wirkung. Auch positiver Effekt auf Erkrankungen des Bewegungsapparats, wie Arthrose oder Rheuma, schmerzlindernd (Symptombekämpfung). Wassergymnastik kann hier helfen.


Auch bei Atemwegserkrankungen: freigesetzte Stoffe werden mit dem Wasserdampf eingeatmet und so können Erkältungen oder schwerere Atemwegserkrankungen bekämpft werden.







Quellen:

  • Anhalt, Utz (2019): Salzbäder – Anwendung und Wirkung. Heilpraxis.net.

  • Erfurt, Patricia (2021): Hot Springs, Health and Wellbeing. In: The Geoheritage of Hot Springs.

  • Heisel, J. & Jerosch, J. (2007): Balneotherapie. In: Schmerztherapie der Halte- und Bewegungsorgane.

  • Martin Pruvot, Chantal (2001): Die öffentlichen Thermen. In: Archäologie Schweiz: Mitteilungsblatt von Archäologie Schweiz.

  • Thermencheck.com: Was ist Thermalwasser?

  • Wiederer, C. (2015): Balneotherapie mit Schwefel. In: Rheuma Plus.

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